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| ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG FDP für vernünftigen Energiemix Von Klaus Bornemann Mitglieder der FDP in den Stadtvertretungen von Itzehoe, Glückstadt und des Kreises besichtigten das Atomkraftwerk (AKW) Brokdorf. Dieser Gruppe hatte sich auch Glückstadts Bürgermeister Blasberg angeschlossen. Für Laien gab es viel zu sehen, nichts anzufassen und wenig zu begreifen. Für Fachleute ist ja der Druckwasserreaktor so etwas wie die Großausgabe von Omas Schnellkochtopf. Während bei Letzterem allerdings das Sicherheitsventil schon bei 1 bar abbläst, herrscht im Reaktor eine Temperatur von 350 Grad Celsius bei einem Druck von über 150 bar. Das reicht, um in einem Wärmetauscher so viel Dampf zu erzeugen, dass davon mehr als 2.000 Kilogramm pro Sekunde durch die Turbine gejagt werden können - immerhin die Masse von zwei Mittelklasseautos pro Sekunde. Und das alles nur, weil sich im Reaktor atomare Spaltprodukte aneinander reiben und dabei eine enorme Hitze erzeugen. Das im Besucherzentrum aufgestellte Modell veranschaulicht, dass dieses einfache Prinzip mit erheblichem technischen Know how zu einer funktionsfähigen Anlage gestaltet wurde. Diese hat sich aber nun schon seit über 20 Jahren in störungsfreiem Betrieb bewährt, wie Herr Lützen beim Rundgang erklärte. Wer mit der vorgefassten Meinung gekommen war, dass in der anschließenden Dikussion nur das Hohelieb der AKWs von einem smarten Atomlobbyisten gesungen würde, musste sich korrigieren. Hauke Rathjens machte deutlich, dass alle Stromproduzenten auf den Ausbau alternativer Energiequellen setzen. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, wann die Alternativen soweit entwickelt sein werden, dass eine sichere Bedarfsdeckung erreichbar ist. Wenn Entwicklungszeiten der limitierende Faktor sind, ist politischer Druck wenig hilfreich. Dies wurde deutlich, als die Gesprächsteilnehmer die Alternativen durchdeklinieren: Wasserkraft fällt aus, weil in Deutschland praktisch keine Erweiterung möglich ist. Windkraft hat noch große Ausbaureservern, ist aber nicht bei Bedarf abrufbar. Photovoltaik steht noch in den Anfängen und kann in unseren Breiten ebenfalls nicht bedarfsgerecht abgerufen werden. Da die mit Wind oder Sonne erzeugte Elektrizität nicht speicherbar ist, muss die in solchen Anlagen vorgehalten werden. Also müssen zwangsläufig Überkapazitäten aufgebaut werden. Die Einspeisung von "Wind"- und "Sonnenstrom" in das bestehende Versorgungsnetz erfordert einen erheblichen Ausbau der gesamten Regelungstechnik. Bleibt noch die Verstromung von Biomasse. Aber hierbei wird der Kohlenstoff, der während einer ganzen Vegetationsperiode in den Pflanzen gespeichert wurde, in wenigen Stunden als Kohlendioxid (CO2) wieder in die Atmosphären gepustet. Das ist nicht gerade klimafreundlich. Zum Schluss der Diskussion blieb die ernüchternde Erkenntnis, dass die ungeliebten Kohle- und Kernkraftwerke aus dem Energiemix kurzfristig nicht wegzudenken sind. Dann ist es energiepolitisch wohl klüger, die Elektrizitätsindustrie mit ihrer bewährten Technik noch jene Gelder verdienen zu lassen, aus denen sie die Entwicklungskosten der alternativen Technologien finanzieren kann. Eine Abschaltung von Kernkraftwerken, bevor die technische und wirtschaftliche Notwendigkeit erreicht ist, wäre auch eine Form von Planwirtschaft und die hat noch keinem Staate wohl getan.
Veröffentlicht von: FDP Glückstadt und Umgebung, Guido Nedden, v.i.S.d.P., ° |
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